Sprache / Macht / Daten
Stakeholder Forum 2026, 5.-6. Mai, kärnten.museum, Klagenfurt
Wie sprechen wir über unsere Welt? Und wer legt die Begriffe, Bedeutungen und Beziehungen fest? Mit der steigenden Menge an Daten und den technologischen Möglichkeiten, diese zu verknüpfen, verschieben sich auch Machtgefüge – mit teils massiven Folgen. Denn wer Daten sammelt, speichert und modelliert, beeinflusst, wie Wissen entsteht und welche Perspektiven und Erzählungen (un)sichtbar werden.
Um das Spannungsverhältnis zwischen Sprache, Macht und Daten im digitalen Kulturerbe gemeinsam zu beleuchten, lädt das Bundesministerium für Kunst und Kultur (BMWKMS) mit dem Kulturpool, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG), der Topothek und dem kärnten.museum zum Stakeholder Forum 2026, am 5.-6. Mai 2026 in Klagenfurt ein.
Wie können Museen, Archive, Bibliotheken und Akteure wie Kulturpool ihre Verantwortung wahrnehmen? Welche Infrastrukturen und Voraussetzungen sind zur Öffnung und Vernetzung von Sammlungen notwendig?
Und was braucht es, um die nachhaltige Nutzung, interdisziplinäre Forschung sowie die verantwortungsvolle und innovative Vermittlung von Kulturerbe-Daten zu fördern?
Diskutieren Sie mit!
Programm und Teilnahme
Programmdetails werden laufend ergänzt.
Die Anmeldung zu dieser Veranstaltung startet in Kürze.
Dienstag, 5. Mai 2026
14:00 - 16:00 | Macht, Daten, Erinnern: Digitales Kulturerbe in Horizon Europe.
Ein Event der FFG im Rahmen der Horizon Europe Community Österreich
Programmdetails
Der Workshop beleuchtet, wie im Forschungsrahmenprogramm der EU, Horizon Europe, digitales Kulturerbe gerahmt wird, welche leitenden Prinzipien (z. B. Open Science, FAIR Data, Partizipation) dabei verfolgt werden und welche zentralen Diskurse der letzten Jahre erkennbar sind. Am Beispiel des Projekts MEMORISE diskutieren wir, wie Datensammlung und -modellierung Perspektiven auf Geschichte prägen, welche technischen und rechtlichen Herausforderungen auftreten und wie Daten kontextualisiert werden können, um neue Zugänge zum gemeinsamen Erinnern zu eröffnen.
Vortragende: Cathrin Steiner, Fluxguide
14:00 - 16:00 | Citzen vs. Science? Wie das Zusammenspiel funktionieren kann.
Workshop und überregionales Vernetzungstreffen der Topotheken
Programmdetails
Topotheken schaffen und sichern das digitale Gedächtnis auf kommunaler Ebene. Ehrenamtliche erheben und erschließen Fotografien, Dokumente, Medien und Erinnerungen aus privatem Besitz und machen sie langfristig für die Öffentlichkeit zugänglich. In diesem Workshop gibt Topothek-Gründer Alexander Schatek Einblick in Struktur, Arbeitsweise und rechtliche Rahmenbedingungen der Topothek und lädt zur Diskussion ein: Was braucht es, um das wertvolle lokale Wissen zum Nutzen aller zu vernetzen? Und wie gelingt das Zusammenspiel von ehrenamtlicher Arbeit mit institutioneller Forschung und Vermittlung?
Vortragender: Mag. Alexander Schatek, Initiator der Topothek
Dieser Programmpunkt findet im ersten Stock statt.
16:00 - 17:00 | Geführte Tour durch die Ausstellung des kärnten.museum
Separate Anmeldemöglichkeit folgt in Kürze.
18:00 | Feierliche Eröffnung des Stakeholder Forum 2026
gefolgt von einem Ausklang
Mittwoch, 6. Mai 2026
09:00 | Begrüßung
Doris Wolfslehner (BMWKMS), Katrin Vohland (NHMW)
09:15 | Semantische Infrastrukturen für das digitale Kulturerbe: Wissensgraphen, KI und nachhaltige Nachnutzung - Keynote
Abstract
Digitale Sammlungen sind längst mehr als digitalisierte Objekte; sie sind Bausteine eines global vernetzten Wissensraums. Doch erst durch semantische Technologien, Wissensgraphen und KI-gestützte Verfahren entfalten Kulturdaten ihr volles Potenzial für Forschung, Vermittlung und Innovation. Der Vortrag zeigt, wie Wissensgraphen digitale Kulturobjekte kontextualisieren, institutionenübergreifend verknüpfen und in maschineninterpretierbares Forschungswissen überführen. Auf Basis der FAIR-Prinzipien wird diskutiert, wie interoperable Datenmodelle, persistente Identifikatoren und offene Schnittstellen die Grundlage für vertrauenswürdige KI-Anwendungen schaffen. Anhand konkreter Beispiele wird deutlich, wie Kulturerbeeinrichtungen von einer Transformation „von Daten zu Wissen“ profitieren können; sei es durch automatisierte Erschließung, neue Formen der wissenschaftlichen Analyse oder innovative Zugänge für die Öffentlichkeit. Ziel ist eine nachhaltige, kooperative Infrastruktur, die Kulturdaten nicht nur bewahrt, sondern als dynamische Wissensressource nutzbar macht.
Referent
Prof. Dr. Sören Auer ist Direktor der TIB – Leibniz-Informationszentrum Technik und Naturwissenschaften – und Professor für Data Science und Digitale Bibliotheken an der Leibniz Universität Hannover. Zuvor war er u. a. in Dresden, Leipzig, Bonn, Pennsylvania sowie bei der Fraunhofer-Gesellschaft tätig. Seine Forschung konzentriert sich auf semantische Technologien, Wissensgraphen und KI-gestützte Datenvernetzung. Auer ist Autor von über 200 wissenschaftlichen Publikationen, erhielt zahlreiche internationale Auszeichnungen und initiierte Projekte wie DBpedia und den Open Research Knowledge Graph. Zudem engagiert er sich aktiv in europäischen Forschungs- und Dateninfrastrukturinitiativen.
09:45 | Lightning Talk Session I
10:15 - 10:45 Pause
10:45 | Keynote
Referent
Prof. Dr. Clemens Apprich ist Vizerektor der Universität für Angewandte Kunst Wien, wo er auch eine Professur für Medientheorie und Mediengeschichte innehält. Zudem ist er als Leiter der Abteilung Medientheorie und des Weibel Instituts für digitale Kulturen tätig. Zuvor arbeitete er u. a. am Centre for Digital Cultures der Leuphana Universität Lüneburg und absolvierte Forschungsaufenthalte in Montreal und Groningen. Apprich studierte Philosophie, Kultur- und Politikwissenschaften in Berlin, Bordeaux und Wien. Seine Forschung beschäftigt sich mit Filteralgorithmen, Datenanalyse und maschinellem Lernen. Er ist Autor mehrerer Bücher zur digitalen Kultur und arbeitet derzeit an einem Projekt zu „Animated Intelligence“.
11:15 | Lightning Talk Session II
11:45 - 12:00 Pause
12:00 | Podiumsdiskussion
mit allen Vortragenden. Moderation: Doris Wolfslehner (BMWKMS)
13:00 | Buffet und Möglichkeit zum Austausch
14:00 Veranstaltungsende
Call for Interest: Lightning Talk
Einreichfrist: 15. März 2026
Auch 2026 wird es wieder das Format der Lightning Talks* geben. Wenn Sie ein Projekt/Thema haben, das zum Schwerpunktthema der Veranstaltung passt und Einblick in die Praxis gibt, können Sie sich bis zum 15. März 2026 mit einem kurzen Abstract dafür bewerben.
Sujet-Bild: „Aus der Schule von Athen“, Raffaello Santi (1777). Albertina, Wien, Österreich. Nutzungsrecht: Public Domain.