Stakeholder Forum 2025

Innovation braucht Infrastruktur
Kulturerbe. Digital. Weitergedacht.
Wie eng Innovation, Nachnutzung und Infrastruktur zusammenhängen, zeigte das facettenreiche Programm des diesjährigen Stakeholder Forums, das am 5. und 6. Mai im Ars Electronica Center Linz stattfand. Unter dem Motto „Innovation braucht Infrastruktur. Kulturerbe. Digital. Weitergedacht.“ lud das Bundesministerium für Wohnen, Kunst, Kultur, Medien und Sport (BMWKMS) gemeinsam mit dem Kulturpool, der Österreichischen Forschungsförderungsgesellschaft (FFG) und dem Ars Electronica Center zu einem vielfältigen Programm mit viel Raum zum Diskutieren und Austauschen.
Expertinnen und Experten aus dem GLAM-Bereich sowie Wissenschaft, Kunst, Kultur, Politik und Kreativwirtschaft diskutierten die Zukunft des digitalen Kulturerbes und die Bedeutung leistungsfähiger Infrastrukturen für Innovationen.
Das Forum startete mit einem informativen und interaktiven Event der FFG im Rahmen der Horizon Europe Community Österreich und umfasste Vorträge, prägnante Lightning Talks mit Einblicken in aktuelle Projekte und eine Podiumsdiskussion als Abrundung und Ausblick.
Das Team des Kulturpools bedankt sich bei allen Mitwirkenden, Kooperationspartnern und Teilnehmenden für die großartige Zusammenarbeit und die spannenden Vorträge und Diskussionen.
Programm und Folien
Im Folgenden können Sie das Programm und ausgewählte Präsentationen nachlesen.
Montag, 05. Mai 2025
Die Veranstaltung liegt in der Vergangenheit.
14:00 | Open Data, Shared Use: Europäische Potenziale für Museen und Archive
Ein Event der FFG im Rahmen der Horizon Europe Community Österreich
Dieser Workshop bietet einen umfassenden Überblick über europäische Infrastrukturen im Bereich der Digitalisierung und Datennutzung im Kulturerbe-Sektor.
Der Schwerpunkt liegt auf drei Strukturen:
1) Cultural Heritage Cloud - or European Collaborative Cloud for Cultural Heritage (ECCCH)
2) European Open Science Cloud (EOSC)
3) Common European data space for cultural heritage (CD4CH)
In diesem Rahmen ist die Veranstaltung geteilt in einen Überblicks-Teil und einen interaktiven Teil. Zu Beginn gibt die FFG eine Zusammenfassung der drei Initiativen (ECCCH, EOSC, CD4CH) und diskutiert die Anwendungs- und Nutzungsmöglichkeiten dieser mit Gästen österreichischer Kultur- und Forschungsinstitutionen.
Gäste:
• Christoph Steindl (Österreichische Nationalbibliothek)
• Barbara Sánchez Solís (TU Wien)
• George Ioannidis (Time Machine Organisation)
Daraufhin sind die Teilnehmenden eingeladen, ihre Prioritäten, Befürchtungen und Hoffnungen bezüglich der gemeinsamen und offenen Nutzung von digitalisierten Kulturdaten im World-Café-Format zu diskutieren.
17:30 | Besuch des Deep Space 8K
19:00 | Festive Opening in the Sky Loft
by Gerfried Stocker (Ars Electronica)
(English)
19:15 | Keynote
(English)
From Collection to Connection: Re-Use, Infrastructure, and Innovation in Cultural Heritage Information and Data at the Rijksmuseum
Speaker: Saskia Scheltjens (Rjiksmuseum, Amsterdam)
Saskia Scheltjens studied Literature & Linguistics and Information - & Library Science at the University of Antwerp in Belgium. She is an information manager who has worked in the academic and museum world in Belgium and the Netherlands, often initiating and leading change. Currently, she is Head of the Department of Research Services of the Rijksmuseum and Chief Librarian of the Rijksmuseum Research Library. The department is responsible for all information and data about the collection and the organisation. Together with a team of about 50 people, she is working on tools and services for researchers on top of extremely hybrid, rich and open collection data. She is fascinated by the interdisciplinary possibilities and responsabilities of digital research, Open Science and a strong advocate for FAIR collection data and - systems within the digital cultural heritage world.
20:00 | Ausklang
21:30 Programmende
Dienstag, 06. Mai 2025
Die Veranstaltung liegt in der Vergangenheit.
09:00 | Begrüßung
Doris Wolfslehner (BMWKMS), Katrin Vohland (NHMW)
09:15 | Keynote
(English)
Purposeful, Adaptable, and Accessible: Welcome to the new museum digital infrastructure
The challenge for the post-digital museum is to build infrastructure that enables the user to have agency and be active in the world, that offers digital content ready for re-use across a network, and that assumes data will be remixed, experienced in hybrid ways, flowing without friction across platforms and devices. It is, in other words, an infrastructure for cultural heritage content that needs to remain agile and in motion, for user interactions that are diverse, open-ended and on-going, for content that is multi-modal, multi-format and multi-purpose – all at once.
Speaker: Ross Parry (University of Leicester)
Ross Parry is Professor of Museum Technology in the University of Leicester's School of Museum Studies, and founding Director of the Institute for Digital Culture. He is principal fellow of the Higher Education Academy, and board member of Attenborough Arts Centre. Since 2020 he has been a member of the UK Research and Innovation's steering committee of its 'Towards a National Collection' initiative. With Art UK and the Collections Trust, he also co-leads the new Museum Data Service, funded by Bloomberg Philanthropies and the Arts and Humanities Research Council, UK. With Vince Dziekan, Ross co-edits for Routledge the book series 'Critical Perspectives on Museums and Digital Technology'.
09:45 | Lightning Talks
ACOnet – Netzinfrastruktur
Seit 2012 setzt ACOnet (www.aco.net), zusätzlich zur Unterstützung für Wissenschaft und Forschung, einen Schwerpunkt auf den Bereich Kunst & Kultur. Neben den KUKIT-Stammtischen wurde auch das net:art coordination center (netart.cc) ins Leben gerufen, unter dessen Leitung bereits mehrere international viel beachtete Projekte realisiert werden konnten.
Vortragender: Christian Panigl (Universität Wien)
Christian Panigl hat seit Mitte der 1980er Jahre zur Entwicklung und zum Aufbau der österreichischen Wissenschaftsnetzinfrastruktur "ACOnet" und deren internationaler Anbindung und Koordination beigetragen. Er ist als Mitglied des Führungsteams am Zentralen Informatikdienst der Universität Wien für Betrieb und Weiterentwicklung von ACOnet und dem Vienna Internet eXchange mitverantwortlich.
mumok Creative Coding und digitale Sammlungsforschung
Das mumok widmet sich seit 2023 verstärkt partizipativer Sammlungsforschung. Im Projekt Ludwig goes digital!, gefördert von der Peter und Irene Ludwig Stiftung, arbeiteten junge Teilnehmende kreativ mit Coding, Kunst und KI. In Co-Creation-Prozessen entstanden digitale Services und Visualisierungen. Ein Crowdsourcing-Modul ermöglicht eigenständige Forschung – Ergebnisse fließen direkt in die digitale Sammlungsdokumentation ein.
(Dieser Talk musste kurzfristig abgesagt werden)
Marie-Therese Hochwartner (mumok)
Marie-Therese Hochwartner studierte Kunstgeschichte an den Universitäten Wien und Basel und Content-Strategie an der FH Joanneum in Graz. Sie war für das historische Bildarchiv Imagno, das Fotomuseum Westlicht und den Fotoraum Wien tätig. Seit 2012 verantwortet sie die Archive und Nachlässe im mumok, seit 2019 ist sie ebendort Sammlungsleiterin und verantwortet seit 2021 auch die Vermittlung im mumok. Zu den jüngsten kuratorischen Projekten gehören unter anderem "Wir Wegbereiter"
PHAIDRA – Repository mit Communityansatz
Das Open-Source-Repository PHAIDRA wurde an der Universität Wien entwickelt, um den eigenen Bedarf an Datenhaltung abzudecken. Schon bald wurden auch andere Institutionen auf das System aufmerksam. Die Weiterentwicklung erfolgte fortan sowohl auf Grundlage des eigenen Betriebs als auch unter Berücksichtigung der Bedürfnisse der Community.
Vortragender: Raman Ganguly (Universität Wien)
Raman Ganguly ist der Leiter der Abteilung IT Support for Research am Zentralen Informatikdienst der Universität Wien. Seinen Hintergrund ist Softwareentwicklung und Medientechnik. Seit 2011 beschäftigt er sich mit der Aufbewahrung von Daten. In seinen Aufgabengebiet fallen Entwicklung und Betrieb von Repositorien.
bITEM – Beyond the Item
Das Projekt "Beyond the Item" (bITEM) entwickelte eine frei zugängliche Web-Applikation zur Präsentation von Museumsobjekten, deren Biografien und Netzwerken. Neben 3D-Scans werden Verbindungen zu Akteuren, Ereignissen und Orten visualisiert. Fallstudien umfassten u. a. die Venus von Willendorf und die Novara-Expedition. Das Projekt wurde am NHM Wien und dem Vienna Institute for Archaeologica Science (VIAS) durchgeführt und im Rahmen des go!digital 3.0-Programms der Österreichischen Akademie der Wissenschaften (ÖAW) finanziert.
Vortragender: Stefan Eichert (NHM Wien)
Stefan Eichert ist Chefentwickler von bITEM und Kurator der Sammlung Frühgeschichte der prähistorischen Abteilung am NHM Wien. Er ist weiters Koordinator der Open Source Projekte OpenAtlas und Thanados.

Weitere Informationen auf bitem.at
10:30 | Pause
11:00 | Keynote
Wer hat Angst vor Kulturdatenanalyse?
Die Entstehung und Sammlung von materiellem wie immateriellem Kulturerbe wird bestimmt von mehr oder weniger kollektiven Vorstellungen, von der Qualität der Gegenstände, von der Aufmerksamkeit des Publikums, aber auch von Glück und Zufall. Aus der Fülle des Materials, der Diversität der Vorstellungen, der Varianz in Qualität, dem Blickwinkel der Beobachter, und den Umständen ergibt sich kulturelle Komplexität, die nicht geplant oder vorgegeben werden kann. Diese Komplexität aufzuklären, ist das Ziel der kulturellen Datenanalyse.
Vortragender: Maximilian Schich (Tallinn University)
Dr. Maximilian Schich ist Professor für Kulturdatenanalyse an der Tallinn University. Er studierte an LMU München und HU Berlin, war Postdoc an Northeastern University und ETH Zürich, und Associate Professor an der UT Dallas. Schichs Forschung integriert Kunst-, Natur-, und Computerwissenschaft. Zuletzt war Schich Projektleiter des CUDAN ERA Chair for Cultural Data Analytics, und wurde mit der Max-Planck Wittkower Fellowship ausgezeichnet für seine multidisziplinären Beiträge zur Kunstwissenschaft.
11:30 | Lightning Talks
Salzzeit.at
Salzzeit.at ist eine auf three.js-basierte Web-App zur Kultur- und Industrielandschaft Salzkammergut. Über 7000 Jahre hinweg hat Salz als verbindendes Element alle Lebensbereiche der Menschen dieser Region geprägt. SALZZEIT.AT versteht sich als virtuelles Museum und Wissensspeicher des Salzkammerguts. Es vernetzt die Museen und ihre Schätze wie auch die Themenbereiche Salzgeschichte, Holz, Transport, Kultur und Umwelt. Die App ist im Rahmen der Projekte der Kulturhauptstadt Salzkammergut 2024 entstanden und wird vom Naturhistorischen Museum Wien betrieben.
Vortragende: Andreas Scheucher, Ilja Slamar (scenomedia.com)
Dr. Andreas Scheucher (Scenomedia Gesmbh) ist als Szenograf und Medienproduzent in Salzburg tätig und für Inhalt, Bild,Film und Dramaturgie der App verantwortlich.
Ilja Slamar (iljafilm) ist als 3d-Artist in Wien tätig und für die Entwicklung, Design und Programmierung der App verantwortlich.
Demo-Video der Salzzeit-Applikation
Kulturpool neu gedacht: Entwicklung eines virtuellen Museums für interaktiven Kulturzugang
Ziel dieses Projekts ist die Neugestaltung und Verbesserung der "Kulturpool"-Website, um sie für ein breiteres Publikum attraktiver zu gestalten. Der Entwicklungsschwerpunkt liegt auf der Schaffung eines virtuellen Museums, das das umfangreiche Archiv des Kulturpools spielerisch zugänglich macht. Durch diese innovative Präsentationsform sollen Besucher kulturelle Inhalte auf interaktive Weise entdecken können und einen einfachen Zugang zu den wertvollen Beständen des Kulturpools erhalten.
Vortragender: Jonas Glaser (TU Graz)
Jonas Glaser ist Student des Studiengangs Softwareengineering and Management an der TU Graz und parallel als Softwareentwickler tätig. Seine Leidenschaft gilt der Webentwicklung und der Konzeption benutzerfreundlicher Softwarelösungen. Mit seinem technischen Know-how und seinem Fokus auf nutzerzentriertes Design entwickelt er innovative digitale Anwendungen, die sowohl funktional überzeugen als auch durch intuitive Bedienbarkeit bestechen.
Junge Zielgruppen spielerisch fürs Museum begeistern: Art Leap on Roblox
Das Belvedere eröffnet eine neue, interaktive Dimension der Kunstvermittlung: Mit dem kostenlosen Roblox-Game „Art Leap“ tauchen Spieler*innen in die faszinierenden Welten von vier Meisterwerken ein und erleben Kunst aus einer völlig neuen Perspektive. Mit über 1,2 Mio. Spieler*innen - und mit 96% überragend positiv bewertet – zählt das Spiel bereits nach wenigen Monaten zu den beliebtesten edukativen Erfahrungen der Online-Spieleplattform.
Vortragender: Markus Wiesenhofer (Belvedere Museum Wien)
Mag. (FH) Markus Wiesenhofer, MA ist stellvertretender Hauptabteilungsleiter für Kommunikation und Marketing der Österreichischen Galerie Belvedere. Er koordiniert digitale Innovationsprojekte wie u.a. das Spieleerlebnis „Art Leap“ auf Roblox, „The Kiss NFT“ und das AR Mobile Game „The Fantastic Palastics“.
12:15 | Panel discussion
More than Data - New Approaches to Reuse, Infrastructure and Innovation
On the panel:
Christian Panigl
Christian Panigl hat seit Mitte der 1980er Jahre zur Entwicklung und zum Aufbau der österreichischen Wissenschaftsnetzinfrastruktur "ACOnet" und deren internationaler Anbindung und Koordination beigetragen. Er ist als Mitglied des Führungsteams am Zentralen Informatikdienst der Universität Wien für Betrieb und Weiterentwicklung von ACOnet und dem Vienna Internet eXchange mitverantwortlich.
Ross Parry
Ross Parry ist Professor für Museumstechnologie an der School of Museum Studies der University of Leicester und Gründungsdirektor des Institute for Digital Culture. Er ist Principal Fellow der Higher Education Academy und Vorstandsmitglied des Attenborough Arts Centre. Seit 2020 ist er Mitglied des Lenkungsausschusses der britischen Forschungs- und Innovationsinitiative „Towards a National Collection“. Gemeinsam mit Art UK und dem Collections Trust leitet er auch den neuen Museumsdatendienst, der von Bloomberg Philanthropies und dem Arts and Humanities Research Council, UK, finanziert wird. Zusammen mit Vince Dziekan ist Ross Mitherausgeber der Buchreihe „Critical Perspectives on Museums and Digital Technology“ bei Routledge.
Johanna Pirker
Dr. Johanna Pirker ist Professorin für Informatik an der TU Graz. Ihre Forschungsschwerpunkte liegen in den Bereichen Künstliche Intelligenz, Datenanalyse, immersive Umgebungen, Spieleforschung, Gamification, Human-Computer Interaction, E-Learning und Computing Science Education. Sie bringt langjährige Erfahrung in der Entwicklung von Spielen und virtuellen Welten mit, unter anderem aus ihrer Zeit am MIT oder bei Electronic Arts. Sie war zuletzt als Gastprofessorin an der ETH Zürich und Professorin an der LMU in München tätig.
Saskia Scheltjens
Saskia Scheltjens studierte Literatur- und Sprachwissenschaft und Informations- und Bibliothekswissenschaft an der Universität Antwerpen in Belgien. Sie ist Informationsmanagerin und hat in der akademischen und musealen Welt in Belgien und den Niederlanden gearbeitet, wobei sie häufig Veränderungen initiiert und geleitet hat. Derzeit ist sie Leiterin der Abteilung für Forschungsdienste des Rijksmuseums und Chefbibliothekarin der Forschungsbibliothek des Rijksmuseums. Sie ist fasziniert von den interdisziplinären Möglichkeiten der digitalen Forschung, Open Science und eine starke Verfechterin von FAIR-Sammlungsdaten und -systemen innerhalb der Welt des digitalen Kulturerbes.
Maximilian Schich
Maximilian Schich ist Professor für Kulturdatenanalyse an der Tallinn University. Er studierte an LMU München und HU Berlin, war Postdoc an Northeastern University und ETH Zürich, und Associate Professor an der UT Dallas. Schichs Forschung integriert Kunst-, Natur-, und Computerwissenschaft. Zuletzt war Schich Projektleiter des CUDAN ERA Chair for Cultural Data Analytics, und wurde mit der Max-Planck Wittkower Fellowship ausgezeichnet für seine multidisziplinären Beiträge zur Kunstwissenschaft.
Moderation: Doris Wolfslehner (BMWKMS)
13:00 | Buffet und Möglichkeit zum Austausch
14:00 Veranstaltungsende